Einen Glücksgriff hat Ingrid Huber, Leiterin des Sprechtheaters des Freien Landestheaters Bayern, nicht nur mit dem Stück, sondern ebenso mit dem Regisseur Heinz-Josef Braun gemacht. Die Inszenierung ... ist von professioneller Perfektion mit großartig agierenden Schaupielern und riss zur Premiere das Publikum zu Begeisterung hin...
... eigentlich lustig ist sie nicht, diese schwarzhumorige Familienkomödie und dennoch lacht sich das Publikum schlapp. Mag es an der Überzeichnung liegen oder an den geschliffenen Dialogen, die, in bairische Sprache übertragen, besonders wirksam sind, an der flotten, mitreißenden Inszenierung voller Überraschungen...
... so entwickelt sich die Geschichte, bestimmt von sehr viel Geld und was dieses viele Geld mit einem Menschen machen kann...
Andrea Rosskopf ist als Johanna eine souveräne, von ihrer bisherigen Rolle als treusorgende Mutter überzeugte Frau im besten Alter, die jetzt den Sprung ins Ungewisse wagt. Auch Bernd Schmidt als Vinzenz spielt den Vater überzeugend, alles andere als autoritär, sondern befragt sogar nächtens einzeln die Kinder, wieviel sie denn vom Kuchen abhaben wollen.....
... insbesondere Judith Heimerl und Christian Selbeherr liefern grotesk überhöhte Emotionsäußerungen, die dem Stück ordentlich pikante Würze verleihen...
Was Geld als beherrschender Faktor unserer Gesellschaft mit einer Familie anrichten kann, das führt dieser Theaterabend mit großartigen Schauspielern in einer überraschenden und emotionalen Inszenierung vor...
Beitrag von Monika Ziegler